Konzertreise nach Aken und Dessau 2019

Zupfmusik ist unsere Leidenschaft

Unter diesem Motto feierte neben dem Dessauer BAUHAUS noch eine Institution dieser schönen und kulturell ambitionierten Stadt Dessau-Roßlau ihren 100. Geburtstag: Das Anhaltinische Zupforchester, kurz AZO. Das Orchester wurde 1919 gegründet und besteht heute aus 32 Musikerinnen und Musikern zwischen 13 und 82 Jahren. Die feste Besetzung besteht aus je sieben ersten und zweiten Mandolinen, acht Mandolen, zehn Gitarren und einem Gitarrenbass. Das ansehnliche Repertoire des Orchesters umfasst Werke aus der Zeit des Barock, der Klassik und auch Bearbeitungen moderner Komponisten, wie zum Beispiel Yasuo Kuwaharas (1946–2003) „Song of Japanese Autumn“. Die musikalische Leitung des Klangkörpers obliegt der Dirigentin und Musikpädagogin Adda Noack.

 

Das Anhaltinische Zupforchester vor dem Bauhaus
(Foto: AZO

 

Gefeiert wurde das Jubiläum im Golfpark Dessau. Zum Jubiläumskonzert am 28. September 1919, moderiert von dem Musikdramaturgen Ronald Müller, hat sich das Anhaltinische Zupforchester sein Partnerorchester aus Wien, das Neue Favoritner Mandolinenorchester (NFMO) eingeladen, welches dieser Einladung mit großem Vergnügen Folge leistete und somit wieder nach Dessau reiste. Im musikalischen Gepäck des Orchesters aus Wien befanden sich nicht nur die Werke, die es zur Feier des Jubiläums mit dem Anhaltinischen Zupforchester zum Besten geben würde, sondern auch ein eigenes Konzert, das am 27. September in der Nikolaikirche zu Aken stattfand. Das Neue Favoritner Mandolinenorchester bot an diesem Abend ein einstündiges „wienerisches“ Programm mit Werken von Josef Haydn (1732-1809), „Die Uhr“ aus der Symphonie Nr. 101, 2. Satz, Johann Strauß Vater (1804-1849), „Die Sperl Polka“ und der „Fächer-Polonaise“ von Carl Michael Ziehrer (1843-1922), um nur einen exemplarischen Auszug aus dem Programm zu nennen. Heinz Koihser dirigierte das Orchester, das im Altarraum der Nikolaikirche Platz genommen hatte, und der Konzertmeister des Neuen Favoritner Mandolinenorchester, Gernot Rudolph, führte mit Fachwissen und Wiener Charme durch das Konzert. Wir freuten uns über den regen Besuch, über die Gastfreundschaft und die Anteilnahme unserer geschätzten Partner vom Anhaltinischen Zupforchester.

Adda Noack und Heinz Koihser beim Konzert des Neuen Favoritner Mandolinenorchesters in Aken
(Foto: NFMO)

Der erste Teil des Jubiläumskonzertes gehörte allein dem Anhaltinischen Zupforchester, und dieses bot im Festsaal des Dessauer Golfclubs vor ausverkauftem Haus und großem Publikum eine Auswahl aus seinem erfolgreichen Repertoire. Einen Höhepunkt des Konzertes stellte zweifelsohne die Uraufführung der „Dessauer Suite für Zupforchester“, die eigens von dem in Dessau geborenen Pianisten und Komponisten Christoph Reuter für das AZO geschrieben wurde, dar. Weitere musikalische Grüße gab es von den Kinderchören des Anhaltischen Theaters und der Musikschule „Kurt Weill“ sowie von Schülersolistinnen und Schülersolisten.

Nach der Pause intonierte das Gastorchester aus Wien unter anderen Stücken „Das Intermezzo aus 1001 Nacht“ von Johann Strauss Sohn (1825-1899) und die Air von Johann Sebastian Bach (1685-1750), bevor das Konzert einen weiteren Höhepunkt entgegenstrebte, dem gemeinsamen Konzert des Anhaltinischen Zupforchesters aus Dessau und des Neuen Favoritner Mandolinenorchesters aus Wien. Die beiden Orchester brachten eines ihrer Lieblingsstücke zu Aufführung, den schon erwähnten „Song of Japanese Autumn“ von Yasuo Kuwahara. Gemeinsam mit dem Kinderchor des Anhaltischen Theaters und er Musikschule „Kurt Weill“ spielten sie das Werk „Look at the World“ von John Rutter und Heidi Münzberger, bevor das Jubiläumskonzert schwungvoll mit „La Camisa Negra“ von Juan Esteban Aristizabal ein musikalisches Ende fand. Nun war die Bühne frei für alle Gratulanten: Auch das Neue Favoritner Mandolinenorchester gratulierte seinem Dessauer Partnerorchester mit einer Partitur von Heinz Koihser ausgesuchter Wienerlieder, einem Druckwerk das sicherlich einen Ehrenplatz in der Bibliothek des Anhaltinischen Zupforchester erhalten wird. Wir freuen uns schon darauf, in absehbarer Zeit die „Dessauer Version“ eines dieser Wienerlieder zu hören.

Wir wünschen dem Anhaltinischen Zupforchester weiterhin viel Kreativität, Musikalität und Freude am Musizieren und freuen uns, dass wir Teil dieser Partnerschaft sein dürfen.

Das Anhaltinische Zupforchester und Das Neue Favoritner Mandolinenorchester beim gemeinsamen Konzert anlässlich des Jubiläumskonzertes des AZO (Foto: Günter Mühlbauer)

Harald Eichelberger

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